Die Herangehensweise des Justizministeriums an Krypto-Entwickler scheint sich zu entwickeln, doch die jüngste Rede von Matthew Galeotti, dem amtierenden stellvertretenden Generalstaatsanwalt, hinterlässt mehr Ungewissheit als Klarheit. Galeotti erklärte bei einem Gipfel des American Innovation Project, dass Bundesstaatsanwälte keine Open-Source-Kryptowährungsentwickler ins Visier nehmen werden, die Code schreiben, ohne die Absicht, ein Verbrechen zu erleichtern. Er betonte, dass „allein das Schreiben von Code ohne böse Absicht kein Verbrechen ist“ und versuchte, die Krypto-Community zu beruhigen, dass Entwickler nicht als Kriminelle haftbar gemacht werden, nur weil sie Software produzieren.
Galeottis Kommentare echoierten ein früheres Memo von stellvertretendem Generalstaatsanwalt Todd Blanche, das versprach, die Praxis der „Regulierung durch Durchsetzung“ zu beenden, die die Behandlung digitaler Vermögenswerte durch vorherige Verwaltungen prägte. Stattdessen behauptet das DOJ, dass es sich auf eine gleichmäßige Durchsetzung konzentrieren und Anklagen nicht als Werkzeug verwenden wird, um neue Regeln für die Krypto-Industrie zu schaffen. Die Botschaft lautet: Angst vor Verfolgung sollte technische Innovationen nicht ersticken oder Entwickler im Ungewissen über die Legalität ihrer Arbeit lassen.
Der Kontext dieser Bemerkungen ist bedeutend. Hochkarätige Strafverfahren gegen Entwickler von Datenschutzprotokollen—wie Tornado Cash—haben die Open-Source-Community alarmiert. In diesen Fällen ging es um die Frage, ob allein das Schreiben und Veröffentlichen von Code kriminalisiert werden könnte, wenn andere diesen Code für unrechtmäßige Zwecke verwenden. Galeottis Zusicherungen sollen eine Grenze ziehen zwischen dem Schreiben von Code und dem absichtlichen Ermöglichen illegaler Aktivitäten wie Betrug oder Geldwäsche.
Trotz dieser Aussagen bleibt erhebliche Unklarheit bestehen. Rechtsexperten und Befürworter argumentieren, dass „Absicht“ ein glitschiger Standard ist und dass die Position des DOJ nicht gleichbedeutend mit einem verbindlichen rechtlichen Schutz für Entwickler ist. Fälle wie die von Tornado Cash und Samourai Wallet verdeutlichen, dass das Risiko einer Strafverfolgung bei weitem nicht beseitigt ist. Ohne gesetzliche Reform oder gerichtliche Präzedenzfälle, die die Veröffentlichung von Software eindeutig schützen, könnten Entwickler weiterhin strafrechtlich verfolgt werden, wenn ihre Absicht oder die Verwendung ihrer Werkzeuge durch andere ins Visier genommen wird.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Galeottis Rede den Anschein von Fortschritt und einer weicheren Haltung vermittelt, jedoch wenig konkrete Sicherheit für Open-Source-Entwickler bietet. Die Krypto-Community könnte die freundlichere Rhetorik begrüßen, doch die grundlegenden rechtlichen Risiken bestehen weiter, bis klarere, verbindliche Regeln etabliert sind. Entwickler befinden sich in ungewissem Terrain und warten darauf zu sehen, ob die Worte des DOJ echten Wandel signalisieren oder nur eine vorübergehende Änderung des Tons darstellen.
