Die Schweiz schreitet mit einem mutigen neuen Kapitel in der Regulierung von Kryptowährungen voran und zielt darauf ab, ihre Position als globaler Marktführer im Bereich digitale Finanzen zu festigen. Ende Oktober 2025 startete der Schweizerische Bundesrat eine formelle Konsultation, die Änderungen der Finanzgesetze des Landes vorschlug, die insbesondere Stablecoins und andere Krypto-Assets betreffen. Diese Änderungen sollen technologische Innovationen fördern und gleichzeitig den Ruf der Schweiz für starke Regulierung und finanzielle Stabilität stärken.

Der Gesetzentwurf führt zwei neue Lizenzkategorien in das bestehende Finanzinstitutsgesetz ein: die „Zahlungsmittelinstitution“ und die „Krypto-Institution“. Dieser Schritt markiert eine bedeutende Erweiterung der offiziellen Aufsicht und soll einen besseren Schutz für Verbraucher und Investoren gewährleisten. Bemerkenswert ist, dass neue Regeln für Stablecoins gelten, die ihren Wert an nationale Währungen koppeln und Rückzahlungsrechte bieten, was sie von anderen Kryptowährungen unterscheidet, die hauptsächlich für Handelszwecke verwendet werden.

Der Ansatz der Schweiz basiert auf ihren früheren blockchainfreundlichen Reformen, wie dem „DLT-Gesetz“, das bestehende Gesetze änderte, um digitale Vermögenswerte und Blockchain-Technologie zu berücksichtigen. Das Land unterscheidet sich weiterhin von dem regulatorischen Weg der Europäischen Union, doch Schweizer Krypto-Unternehmen, die EU-Kunden bedienen, müssen den EU-Vorschriften wie der Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCA) entsprechen.

Die Aufsichtsbehörden verschärfen auch die Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche. Die Schweizer Behörden haben die Schwellenwerte zur Kundenidentifizierung kontinuierlich gesenkt und technologische Lösungen zur Verhinderung von Missbrauch vorgeschrieben – was ihr Engagement für den Schutz der Marktintegrität unterstreicht.

Die Konsultationsperiode für die neuen Vorschläge läuft bis Anfang Februar 2026. Die Gesetzgeber werden dann das Feedback prüfen und den Gesetzentwurf weiter verfeinern, wobei neue regulatorische Anforderungen voraussichtlich nicht vor 2027 in Kraft treten. Während die Schweiz „den Krypto-Rubikon überquert“, passt sie sich nicht nur der rasanten Entwicklung digitaler Vermögenswerte an, sondern setzt auch neue internationale Standards für vertrauenswürdige Innovationen im Bereich Fintech und Krypto-Dienstleistungen.